Druckwissen
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Gängige Arten von Hardcover-Büchern und Berechnung der Einbandgröße

Der Festeinband ist eine der hochwertigsten Bindungsarten im Buchverlag. Im Vergleich zu Broschuren zeichnen sich Hardcover durch bessere Materialien, haltbare Bindung, edles Erscheinungsbild und bessere Langzeitarchivierung aus.

1. Gängige Arten der Hardcover-Bindung

1.1 Klassifizierung nach Rückenform

Gerader Rücken

Ein gerader Rücken erscheint meist etwas dicker als der Buchblock. Durch Falzung und Heftung ist die Rückenhöhe etwas höher als der Buchblock, und dieser Unterschied nimmt mit der Anzahl der Bogen zu.
Daher werden gerade Rücken in der Regel für Bücher mit einer Rückendicke von 20 mm oder weniger empfohlen.

Runder Rücken

Bei runden Rücken bilden die Falze der Bogen eine halbkreisförmige Verteilung entlang eines Bogens und gleichen die Dicke des Buchblocks aus. Der Vorderschnitt ist konkav, um zum konvexen Rücken zu passen.

Runde Rücken eignen sich für dickere Bücher. Nach dem Runden entspricht der Rückenbogen in der Regel 130° eines Kreises.

Runde Rücken werden unterteilt in:
  • Runder Rücken ohne Ansetzen (nur gerundet)
  • Runder und angesetzter Rücken (gerundet und angesetzt), wobei die Ansatzbreite in der Regel der Dicke des Deckelkartons entsprichtHardcover-Bücher und Berechnung der Einbandgröße

1.2 Klassifizierung nach Einbandmaterial

Einband aus einem Material (gleiches Material für Rücken und Deckel)

Rücken, Vorderdeckel und Hinterdeckel bestehen aus einem einzigen Material, wie Papier, Gewebe, gestrichenem Papier oder Kunstleder.
Diese Struktur kann mit geradem oder rundem Rücken ausgeführt werden und enthält oft einen Schutzumschlag.
Einige Einbände aus Vollpapier (kaschiert und auf Deckel aufgezogen) haben einen geraden Rücken und verwenden keinen Schutzumschlag.

Einband aus verschiedenen Materialien

Typischerweise wird Gewebe für den Rücken und Papier für die Deckel verwendet.
Diese Struktur wird häufig bei Hardcovern mit rundem Rücken eingesetzt und enthält in der Regel keinen Schutzumschlag.

2. Standardtechnische Zugaben

  • C (Überstand / Kantenüberstand): 2–3 mm
  • F (Einschlag): 13–15 mm
  • E (Falzbreite): 6–7 mm
  • H (Gelenküberlappung): 6–7 mm
  • K (Gewebeüberlappung): 3–5 mm
  • G (Scharnierbreite): Rückendicke + 2E

3. Berechnung der Einbandgröße

3.1 Einband aus einem Material

  • Einbandhöhe: Buchhöhe + 2C + 2F
  • Einbandbreite: 2 × Buchbreite + Rückendicke + 2E + 2C + 2F
  • Deckelhöhe: Buchhöhe + 2C
  • Deckelbreite: Buchbreite − E + C

3.2 Einband aus verschiedenen Materialien

  • Pappdeckelhöhe: Buchhöhe + 2C + 2F
  • Pappdeckelbreite: Buchbreite − K − E + C + F
  • Geweberückenhöhe: Buchhöhe + 2C + 2F
  • Geweberückenbreite: Rückenbogenlänge + 2E + 2K + 2H

4. Berechnung der Rückenbogenlänge

Runder Rücken ohne Ansetzen
D = π × (T ÷ 2) × (130 ÷ 180)
Runder Rücken mit Ansetzen

D = π × ((T + 2 × Deckeldicke) ÷ 2) × (130 ÷ 180)

Dabei gilt:
  • D = Rückenbogenlänge
  • T = Rückendicke

5. Interne Rückenmaterialien

  • Mull-Länge: Buchhöhe − 20 mm
  • Mull-Breite: Rückenbogenlänge + 40 mm
  • Kapitalbandlänge: Rückenbogenlänge
  • Lesebändchenlänge: Diagonale des Buchblocks

6. Schutzumschlaggröße

  • Schutzumschlaghöhe: Buchhöhe + 2C
  • Schutzumschlagbreite: Einbandbreite − 2F + 2R
Dabei ist R (Umschlagklappenbreite) in der Regel ≥ 30 mm und wird je nach Buchformat und Druckeffizienz angepasst.

7. Designzugabe

Alle oben genannten Maße sind beschnittene Formate.
Beim Entwerfen von Einbänden oder Schutzumschlägen fügen Sie an allen Seiten 3 mm Beschnittzugabe hinzu.

8. Zusammenfassung der Designpraxis

Anhand dieser Beispiele sollten Buchdesigner beherrschen:
  • Papierarten, Spezifikationen, Eigenschaften und Kosten
  • Methoden zur Berechnung der Buchkosten
  • Druck- und Bindeverfahren
Nur durch die Verbindung von Design mit technischen und wirtschaftlichen Überlegungen können Hardcover-Bücher ein Gleichgewicht zwischen Funktionalität, Ästhetik und Kosteneffizienz erreichen und gleichzeitig unnötige Produktionsverluste vermeiden.