Farbeinfüllung im Druck: Ursachen und Lösungen für verstopfte feine Details
Farbeinfüllung, auch als Zuschmieren oder Tinting bezeichnet, ist ein Druckfehler, der sich als blockierte Buchstaben, verschmolzene Halbtonpunkte und schmutzig wirkende Leerflächen zeigt. Kleine Schrift wird schwer lesbar, feine Linien verlieren ihre Form und Bilder wirken trüb. Für Druckeinkäufer und Designer bedeutet das ein Ergebnis, das die Qualitätsprüfung nicht besteht und nachgedruckt werden muss. Wenn Sie wissen, warum Farbeinfüllung entsteht, lässt sie sich leichter vermeiden und leichter mit Ihrem Drucker besprechen.
Warum Platten zuschmieren
Farbeinfüllung geht meist auf die Farbe, die Platte und das Gleichgewicht der Maschine zurück. Farbe, die zu schnell trocknet, kann im Farbkasten verhauten, und getrocknete Partikel gelangen auf die Platte, wo sie feine Details blockieren. Farbe, die zu langsam trocknet oder zu dünn liegt, wird unter Druck seitlich herausgequetscht, sodass kleine Punzen zulaufen und Punktkanten verschmelzen. Papierstaub und lose Fasern sammeln sich ebenfalls auf der Platte und wirken wie eine Maske über dem Bild.
Offsetdruck: das Gleichgewicht von Farbe und Wasser
Im Offsetlithografie-Druck sehen die meisten Einkäufer diesen Fehler. Das Verfahren hängt davon ab, Farbe und Feuchtmittel im Gleichgewicht zu halten. Wenn der pH-Wert des Feuchtmittels von der Farbe abweicht, kann die Platte beginnen, in den Nichtbildbereichen Farbe anzunehmen. Die Platte wird fettig, Linien breiten sich aus und auf den Leerflächen erscheint ein Farbfilm. Drucker nennen die drei verwandten Fehler Schmitzen, Tinting und Scumming.
Schmitzen zeigt sich als verbreiterte Linien und vereinzelte Flecken in den Weißflächen. Tinting erscheint als leichter, flächiger Farbschleier, oft verursacht durch Pigmente mit geringer Affinität zum Lack oder durch oberflächenaktive Stoffe aus dem Papier, die in das Wasser emulgieren. Scumming tritt als Ansammlung von Farbe in den Nichtbildzonen auf, häufig verbunden mit zu viel Farbe, einer weichen, klebrigen Farbe, unzureichendem Wasser oder verschlissenen Feuchtwalzen.
Die üblichen Korrekturen bestehen darin, den pH-Wert der Farbe näher an das Feuchtmittel anzupassen, eine kleine Menge Lack oder Silikon zuzugeben, Platte und Walzen zu prüfen und die Wasserführung zu straffen. Die meisten Druckereien können den Zustand innerhalb von Minuten beheben, sobald sie ihn erkannt haben.
Buchdruck und Flexodruck: der Farbzustand ist entscheidend
Im Buchdruck und Flexodruck ist Farbeinfüllung meist ein Farbproblem. Schnell trocknende Farbe bildet Haut im Farbkasten, dicke Farbe trägt Schmutz auf die Platte und dünne Farbe wird aus dem Bildbereich herausgedrückt. Zu den Lösungen gehören das Filtrieren der Farbe, die Reduzierung des Drucks in den Lichtern, die Wahl einer dickeren Farbe mit kontrollierter Trocknung und das Fernhalten des Trocknerluftstroms von der Platte.
Tiefdruck: die Rakel und der Zylinder
Tiefdruck-Farbeinfüllung tritt am häufigsten bei heißem, feuchtem Wetter auf. Die Rakel schafft es nicht, die Farbe aus den Näpfchen zu streichen, sodass kleine Texte und feine Verläufe nicht sauber übertragen werden. Eine stumpfe Rakel, ein falscher Rakelwinkel, eine raue Chromoberfläche und langsam trocknende Farbe tragen dazu bei. Statische Aufladung in feuchter Luft lässt die Farbe am Chrom haften. Drucker reagieren, indem sie die Rakel ersetzen oder neu anstellen, die Farbe filtern und Lösungsmittelgemische anpassen, um die Trocknung zu beschleunigen oder zu verlangsamen.
Was Sie als Einkäufer oder Designer tun können
Designentscheidungen beeinflussen die Farbeinfüllung ebenso wie die Bedingungen an der Maschine. Negativschrift und sehr kleiner Serifentext sind die ersten Dinge, die zuschmieren, besonders auf ungestrichenem Papier. Halten Sie den Fließtext ausreichend groß, halten Sie die Strichstärke über etwa 0,5 pt für Negativ- oder feine Details und vermeiden Sie schwere Farbaufträge in Bereichen mit feinen Rastern. Wenn Sie Buchdruck bestellen, informieren Sie den Drucker über die kleinste Schriftgröße im Auftrag und bitten Sie um eine Andruckprüfung auf dem tatsächlichen Papier vor der vollen Auflage.
Farbeinfüllung ist ein Warnsignal, kein Rätsel. Wenn ein Auftrag blockierte Schrift oder trübe Bilder zeigt, fragen Sie Ihren Drucker, welcher Verfahrensschritt die Ursache war. Ein Drucker, der die Ursache erklären und Ihnen die Korrektur zeigen kann, beherrscht die Qualität. Wenn Sie die Grundlagen verstehen, bleiben Ihre Projekte im Zeitplan und Ihre Druckstücke sauber.